Der große Leichtsinn




Technisches
Land
 
USA
Jahr
 
1986
Länge
 
103 min.
   
Originalfassung:
   
108 min.
Farbe
 
Color
Tonverfahren
 
Dolby
Format
 
35 mm (1.85:1)
Krimi
Liebesfilm


Credits
Regie   Jim McBride
Drehbuch   Daniel Petrie jr., Jack Baran
Kamera   Affonso Beato
Spezialeffekte   Greg Landerer, Will Purcell
Schnitt   Mia Goldman
Musik   Brad Fiedel
Songs   »Beausoleil«, Terrance Simien and
    The Mallet Playboys
Ton   Mark Ulano, George Berndt (Schnitt)
Prod.-Design   Jeannine Claudia Oppewall
Bauten   Chip Radaeli
Ausstattung   Lisa Fischer, David Potter
Kostüme   Tracy Tynan
Maske   Julie Purcell (Make-up), Enid Arias
    (Frisuren)
Stunts   Diamond Farnsworth
Produktion   Stephen Friedman für Kingsroad
    Entertainment
Verleih   Kuchenreuther, RCA/Columbia (Video)


Erstaufführung
Kinostart
USA
  21.08.1987
D
  24.03.1988
       
Videostart
D
  15.11.1988
       
DVD
USA
  02.02.1999 (Trimark Home Video)
D
  26.07.2001 (e-m-s new media)


Einspielergebnisse
USA
 
17685000 $
 
D
 
1016200 €, 259354 Zuschauer


Darsteller
Dennis Quaid   (Remy McSwain)
Ellen Barkin   (Anne Osborne)
Ned Beatty   (Jack Kellom)
Ebbe Roe Smith   (Ed Dodge)
John Goodman   (Detective Andre DeSoto)
Lisa Jane Persky   (Detective McCabe)
Tom O Brian   (Bobby McSwain)
Carol Sutton   (Richterin)
David Petitjean   (Onkel Sos)
Nick Hagler   (Hugh Dowling)
Marc Lawrence   (Vinnie »The Cannon« DiMotti)
Solomon Burke   (Daddy Mention)
Jim Garrison   (Jim Garrison)
Charles Ludlam   (Lamar Parmentel)
Grace Zabriskie   (Mama)
Gailard Sartain   (Chef Paul)
Jim Chimento   (Freddie Angelo)
Buddy Quaid   (Justin)


Inhalt
Es ist alles ein bißchen anders in New Orleans. Die Sprache ist wie Musik, Liebe liegt in der Luft. Man nimmt alles gelassener, entspannter. Gleich am Anfang, als die Kamera nach einer Art Anflug auf die Stadt an einem Tatort zur Ruhe kommt, der mit Kunststoffbändern abgesperrt ist, signalisiert Jim McBride, daß man an solchem Ort auf der Hut sein muß. »Crime scene do not cross« steht da. Wer die Grenze überschreitet, muß wissen, worauf er sich einläßt, was er riskiert. Remy, der Polizist der den Mord untersuchen soll, weiß, daß es nicht um einen normalen Drogenkrieg geht, sondern um korrupte Polizisten, die mitmischen und mit erbeutetem Heroin handeln. Auch Remy macht das easy going mit und profitiert gerne von den Annehmlichkeiten des Jobs. Er läßt sich von Restaurantbesitzern schmieren, überfährt nach Laune Stoppschilder, hält hier die Hand auf und drückt dort ein Auge zu. Deshalb findet er übertrieben, wie die ehrgeizige Staatsanwältin Anne verbissen den Korruptionssumpf trockenlegen und die Tarnorganisation »Witwen-und-Waisen-Fond« auffliegen lassen will, um zu zeigen, daß die Drogen- und Schmiergeldaktionen der leutseligen kleinen Gauner längst keine Kavaliersdelikte mehr sind. Remy mobilisiert seinen ganzen Charme, um ihr klarzumachen, daß es in New Orleans Regeln gibt, aber nicht unbedingt Gesetze. Schließlich tappt er in eine vom FBI gestellte Falle, wird von Anne vor Gericht gebracht und kann sich durch Manipulation einen Freispruch zurechtdeichseln. Lehrgeld bezahlen beide: er, weil sein Bruder bei den Auseinandersetzungen schwer verletzt wird und er sich selbst gegen die Mörder aus den eigenen Reihen wehren muß. Da versteht er, daß das schöne Spiel mit der Leichtigkeit auch seine Kehrseite hat, und er bezieht doch noch eindeutig Stellung. Im Showdown schlägt er sich auf Annes Seite, und gemeinsam setzen sie sich in einem furiosen Kampf gegen zwei korrupte Cops durch. Dadurch gewinnt er auch Annes Liebe wieder.

 


Kritik
»The Big Easy nennt der Volksmund die Stadt New Orleans, wo man es mit allem nicht ganz so ernst nimmt, auch nicht mit den Gesetzen. Mit furiosem Tempo schnellt Jim McBrides komödiantischer Thriller durch die filmischen Genres und schmilzt, etwas schnodderig zwar, zu einem genauso aufregenden Tiegel verschiedenartigster Stile zusammen wie das eigentümliche Gebräu des Cajun, jene Musik Luisianas, welche die betont künstlich ausgeleuchteten Bilder rhythmisch aufheizt.« (Zoom).

»Eine furios entwickelte und ebenso temporeich wie witzig erzählte Kriminalstory vom schuldigen Unschuldslamm, eingebettet in die Leichtigkeit von New Orleans. Aus dieser Kriminalgeschichte, die zugleich eine genrehafte Studie über Familien -und Zugehörigkeitsgefühl ist, erwächst eine präzis beobachtete Liebesgeschichte um eine junge Frau, die dem Reiz dieser Stadt und den Verführungskünsten Remys bereits erlegen ist, bevor sie es selbst weiß. Aus diesem Spannungsfeld zwischen Mann und Frau erhält der Krimi neue Impulse. Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller erinnert nicht von ungefähr an die großen Filmpaare verflossener Hollywood-Herrlichkeit. Beide verkörpern selbstbewußte Charaktere, die ihr Gegenüber zu beeindrucken versuchen, und beide müssen am Gegenüber die Defekte ihres Wesens erkennen: er moralische Integrität, sie den Verlust von Spontaneität. Daß sich beide am Ende sinnvoll ergänzen, ist ein schöner Kino-Traum, doch daß diese vorhersehbare Entwicklung den Zuschauer nicht stört, ist das Verdienst dieses Films, dessen Spiel mit der Unmoral - sowohl erotisch als auch kriminalistisch zu verstehen - höchst moralischen Zwecken dient.« (Hans Messias, Filmdienst).



Auszeichnungen

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Bewertung
 
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Literatur

Gregor Dotzauer in: FAZ, 26.3.1988; Fritz Göttler in: Kölner Stadt-Anzeiger, 26./27.3.1988; Heike Kühn in: FR, 28.3.1988; Hans Messias in: film-dienst, 6/1988; H.G. Pflaum in: SZ, 24.3.1988; Arnd Schirmer in: Der Spiegel, 21.3.1988; Georg Seeßlen in: epd Film, 3/1988; Claudius Seidl in: Tempo, 3/1988; Roland Vogler in: Zoom, 9/1988

Cinema Nr.119 (4/1988), S.66; Nr.120 (5/1988), Plakatkarte



Weblinks

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